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Tigertempel in Thailand
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Tigertempel in Thailand
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Tempel der Tigerqualen

Care for the Wild International hat schamlose Touristenattraktion entlarvt

Der Tigertempel in Kanchanburi (Thailand) lockt seit Jahren mit seinen Tiger Touristen an. Bisher besuchten rund 300 Touristen täglich die Einrichtung. Das änderte sich schlagartig, als im Fernsehen im Sender Animal Planet eine 2-teilige Dokumentation über die Einrichtung ausgestrahlt wurde. Plötzlich strömten an Spitzentagen bis zu 900 Besucher täglich zu dieser vermeintlichen Touristenattraktion. Der Reiz des nahen und persönlichen Kontaktes mit Tigern hat dem Tempel volle Kassen beschert. Bis Care for the Wild eine Untersuchung durchgeführt hat und dabei auf schrecklichste Misshandlungen der Tiere und illegalen Tigerhandel stieß.

Eine grausame Show

Durchschnittlich leben 15 Tiger im Tempel. In der gesamten Anlage findet man nur schlechte Unterbringung und Pflege. Die Behandlung der Tiere ist grausam. Weit entfernt auch nur einen kleinen Auslauf zu haben, verbringen die Tiere, nicht einsehbar für Touristen, 20 Stunden täglich in kleinen armseligen Käfigen. Diese halten selbst den minimalsten Anforderungen für Tigerhaltung nicht Stand. „Pfleger" schlagen ständig mit Ruten und Stöcken auf Alt- und Jungtiere ein. Die Tiere leiden unter der Behandlung und zeigen Verhaltensstörungen wie stereotype Verhaltensweisen. Oft kommen dazu noch körperliche Probleme. Manche lahmen, andere lassen Knochendeformation erkennen oder Selbstverstümmelungen erkennen. Diese Probleme werden noch durch Unterernährung und kümmerliche tierärztliche Versorgung verstärkt.

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Der Nervenkitzel lockt die Masse

Neben einem Tiger zu sitzen, womöglich noch ein Foto nach Hause mitbringen, das lockt die Massen. Täglich zwischen 13:00 und 16:00 Uhr werden rund zehn Tiger im sogenannten „Tiger Canyon" angekettet. Jetzt dürfen sich die zahlenden Besucher, auch Kinder, zu oder auf die Tiger setzen. Gegen eine weitere Gebühr sind die Mitarbeiter bereit ein Foto zu machen. Für ein schönes Bild werden die Tiger brutal am Schwanz in Position gezogen oder getreten und geschlagen. Ständig sind Mitarbeiter zur Stelle um die Tiere zu kontrollieren. Dabei spritzen sie den Tigern auch Urin ins Gesicht. In der Natur benützen Tiger Urin um ihr Territorium zu markieren.

Illegaler Handel

Eine andere Sorge gilt dem illegalen Zuchtprogramm des Tempels, das den Anspruch erhebt, Tiger für den Tigerschutz zu produzieren. Obwohl der Tempel keinerlei Lizenz für Tigerzucht besitzt, wurden mindestens 10 Tiger im Tempel geboren. In völliger Unkenntnis der Tiger Unterarten sind die Nachkömmlinge wohl alle Mischlinge. Also für ein Tigerschutzprogramm überhaupt nicht geeignet. Ebenso wenig für ein Auswilderungsprogramm. Tiger die an Menschen gewöhnt sind, werden eine Gefahr für Mensch und Haustier und werfen neue Probleme auf. Der Tempel schmückt sich auch mit der Aussage, dass die ersten Tiger im Tempel vor dem Tod gerettet wurden. Care for the Wild konnte jedoch einen Händler ermitteln, der die Tiger an den Tempel verkauft hatte. Auch ein Tigertauschprogramm mit einer Tigerfarm in Laos erwies sich faktisch als Luftblase. Die Ermittlungen ergaben, dass alte Tiere, die vermutlich nicht mehr für die Show zu gebrauchen waren, gegen junge Tiere getauscht wurden. Der Verbleib der alten Tiere ist ungeklärt. Dabei wurden für die nachrückenden Tiger oft die gleichen Namen wie für die alten verwendet. So sollte vorgetäuscht werden, dass die Tiger gut untergebracht sind und ein langes Leben haben. Dies alles verstößt sowohl gegen nationales, als auch internationales Recht (CITES/ Artenschutzabkommen). Bei unseren Nachforschungen stießen wir auch auf schlimme Angriffe auf Besucher. Zur eigenen Absicherung weisen die Mönche am Eingang darauf hin, dass der Tempel keinerlei Verantwortung für etwaige Verletzungen übernimmt. Zudem muss jeder Besucher eine entsprechende Erklärung unterschreiben, dass er auf etwaige Forderungen verzichtet. Nichts desto trotz haben Mönche selbst Kontakte mit aggressiven Tieren nicht unterbunden. Auf Rückfrage äußerte sich ein Mönch wie folgt: „Sie wollen beißen und eines Tages werden sie beißen". Er sollte mit seiner Prophezeiung rechtbehalten. Er wurde nach einer Attacke ins Krankenhaus eingeliefert. 

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Was konnten wir erreichen?

Care for the Wild hat bei der thailändischen Nationalparkverwaltung beantragt, die Tiere zu beschlagnahmen und in einer Tierrettungsstation unterzubringen. Der Fernsehsender Animal Planet hat sofort nach Erscheinen unseres Ermittlungsberichtes seine Berichte über den Tempel aus dem Programm genommen und wird sie nicht mehr senden. Der Direktor von Animal Planet Europa hat sich wie folgt dazu geäußert: „Wir stehen ganz und gar gegen eine solch furchtbare Tierhaltung, insbesondere, wenn wie im vorliegenden Fall auch noch geschützte Arten betroffen sind. Care fort he Wild International hat sich schon mit Reiseveranstaltern in Verbindung gesetzt um sie auf die Situation hinzuweisen und damit die Zusammenarbeit und Werbung für diesen Ausflug aus dem Programm gestrichen wird. Sollten Sie Werbung für diese oder ähnliche „Attraktionen" entdecken, sind wir für Tipps jederzeit dankbar.

Wir brauchen keine Tiger in Gefangenschaft, wir brauchen mehr Tiger in der Wildnis. Tiger werden am besten geschützt, indem man ihren Lebensraum schützt. Zudem muss der Markt für Tigerteile sofort und nachhaltig zerstört werden. Sonst werden die Tiger in Freiheit kaum das nächste Jahrzehnt überstehen. Ein trauriger und unersetzlicher Verlust.